Internationale zweisprachige Sommerschule, Université Mohammed V de Rabat, 1.–3. November 2018

Emotions that Matter: Interdisciplinary Approaches to Feeling, Affect, and Body in Arabic Literature, Arts, and Culture

Welche Rolle spielen Emotionen und Affekte in Literatur und Kultur? Wie verändert der „emotional/affective turn“ unser Verständnis von Literatur, Kultur und Gesellschaft? Wie können neue Theorien und Methoden ein neues Licht auf alte Themen wie Trauer-, Spott- oder Liebesdichtung werfen? Und welche sozialen Praktiken und historischen Diskurse gewinnen dadurch an (neuer) Relevanz?

Gruppenphoto 2018
Gruppenphoto 2018

Die Forschungsprojekte der DoktorandInnen und Postdocs zeigten eindrucksvoll die Vielfalt und Relevanz der Forschung zu Emotion, Affekt und Körper in unterschiedlichen Forschungsfeldern, von ‘emotional communities’ in der höfischen Gesellschaft der Abbasidenzeit über Trance in Sufi-Ritualen in Algerien und Affekte rund um die moderne Küche in Nordafrika bis zur Konzeptualisierung von Emotion in klassischer sufischer Philosophie. In theoretischen Sitzungen diskutierten die TeilnehmerInnen unterschiedliche Körperkonzepte anhand von Auszügen aus Farid Zahis Buch “الجسد والصورة والمقدس في الإسلام” (“Der Körper, das Bild und das Sakrale im Islam”, 1999) sowie Perspektiven auf Affekte und Migration, ausgehend von Gretchen Heads Aufsatz “‘The Sea Spits Out Corpses’: Peripherality, Genre, and Affect in the Cosmopolitan Mediterranean” (2015).

Arbeitsgruppe 2018 A
Arbeitsgruppe 2018 A

Ergänzt wurde das Programm durch zwei Gastvorträge von Wissenschaftlern der gastgebenden Universität: Der bedeutende marokkanische Wissenschaftler und Autor Abdelfattah Kilito hielt eine Keynote Lecture mit dem Titel “شعرية الخطأ” (“Die Poetik des Fehlers”). Aus politik- und kulturwissenschaftlicher Perspektive sprach Abdelhay Moudden (Politikwissenschaft) über Ergebnisse eines interdisziplinären, gemeinsam mit Taieb Belghazi (Cultural Studies) durchgeführten Forschungsprojekts zu “تصوير الماضي الأليم: المصالحة السينمائية” (“Die Visualisierung der schmerzhaften Vergangenheit: Filmische Versöhnung”).

Arbeitsgruppe 2018 B-1
Arbeitsgruppe 2018 B-1

Die Sommerschule versammelte vierzehn NachwuchswissenschaftlerInnen und sieben ProfessorInnen aus Ägypten, Algerien, Deutschland, Großbritannien, Italien, Libanon, Marokko, Nigeria, der Schweiz und den USA. Die Mentorinnen waren Randa Aboubakr (Universität Kairo), Lale Behzadi (Universität Bamberg), Julia Bray (Universität Oxford) und Fatiha Taïb (Mohammed V-​Universität Rabat).

Arbeitsgruppe 2018 B-2
Arbeitsgruppe 2018 B-2

Im Rahmen der Forschungsprojekte der Arab German Young Academy of Sciences and Humanities (AGYA) wurde die Sommerschule gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Programm (PDF)

Für ausführliche Berichte siehe: